
Der gottesfürchtige Mann zeigt nun hinab in das Tal, wo eine kleine, elende Hütte stand und sagt: „Lieber Freund! Siehst du dort unten die arme Hütte? Schau, dort wohnt eine arme, alte, aber christliche Frau! Die ist noch reicher als du, sie kann noch viel mehr als du sagen, das alles ist mein. Der Edelmann lächelt und fragt spöttisch: Nun, und was kann sie den sagen? Der Freund erwidert: Sie kann sagen: „Jesus Christus ist mein.“ Sie dient ihm von Jugend auf mit treuem Herzen, und für solche hat der Herr gesagt: er selber werde ihr übergroßer Lohn sein.
Diesen Lohn, lieber Christ, kannst auch du dir verdienen. Wenn du redlich und treu den Willen des göttlichen Herzens tust, dann kann der Heiland gar nicht anders, als dir sich selbst, sein Herz, seine Liebe schenken. Hat er ja das Wort gesprochen: „Wer meine Gebote hat und hält, der ist es, der mich liebt, und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren.“
Hast du aber sein Herz, seine Liebe gewonnen, dann stellt er dir zu Diensten seine Allmacht, seine Weisheit, seine Vorsehung; dann gehören dir seine unendlichen Gnadenschätze, sein Himmel und im Himmel erst er selber noch von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Ja, dort kann der treue Diener in Wahrheit sagen: Jesus Christus ist mein!
So gehe denn jetzt hin, stelle dich deinem Herrn Jesus Christus vor und frag ihn einmal, aber aufrichtig: Herr! was willst Du, das ich heute lasse? Was missfällt deinem Herzen an mir? Herr? was willst du dass ich heute tue, um deinem Herzen eine Freude zu machen? – Hast du dann sein Wort in deiner Seele vernommen, dann lass dir den goldenen Rat gesagt sein, den seine heilige Mutter den Aufwärtern bei der Hochzeit zu Kana gegeben: „Alles, was mein Sohn euch sagen wird, das tut.“
Folgst du diesem mütterlichen Rat, so wirst du wahrhaft sein – ein Diener des Herzens Jesu.
aus: Großes Herz-Jesu-Buch für die christliche Familie, von P. Franz S. Hattler S .J., 1901